Pflegekonzept

Unser Ziel ist es, jedem unserer Gäste einen schönen Aufenthalt mit viel Platz, seinen Freunden und viel leckeren Essen zu ermöglichen. Auf dieser Seite möchten wir unser Pflegekonzept hierfür vorstellen und darauf eingehen, was unserer Meinung nach einen gelungenen Urlaub für deine Tiere ausmacht.

Beurteilung des Gesundheitszustandes unserer Gäste

Wir beurteilen den Gesundheitszustand der Tiere einzig und allein nach ihrem Verhalten, ohne die Tiere routinemäßig einzufangen.

Beurteilung des Verhalts bei der Fütterung:

Wir füttern die Tiere in der Regel zwei Mal am Tag. Nachdem wir das Futter in den Näpfen verteilt haben bleiben wir einige Minuten bei den Tieren und schauen uns das Verhalten der Tiere genau an. Dabei achten wir auf folgende Aspekte:
  • Kommen alle Tiere zum essen?
    • Falls ein Tier nicht kommt: Genau anschauen!
      Wir tasten das betroffene Tier zunächst genau ab, um es auf Verletzungen zu untersuchen und achten besonders auf Auffälligkeiten am Bauchraum um Verdauungsprobleme ausschließen zu können. Zudem nehmen wir das Tier hoch und schauen uns die Afterregion an um einen Befall durch Fliegenmaden ausschließen zu können. Finden wir keine Ursache für die Appetitlosigkeit, erfolgt eine tiermedizinische Untersuchung. Diese beinhaltet meist Röntgenaufnahmen des Bauraums und ggf. einen kurzen stationären Aufenthalt beim Tierarzt, zumeist für einen Tag von morgens bis abends. 
    • siehe auch unten, „Sehr scheue Tiere“
  • Gibt es offensichtliche Verletzungen? 
    • Sind die Augen klar und geöffnet oder gibt es Hinweise auf Verletzungen?
    • Bewegen sich alle Tiere wie gewohnt fort oder besteht der Verdacht einer Verletzung an Füßen oder Beinen?
  • Ist die Atmung normal? 
    • Falls nein: Besitzer zur Abklärung des weiteren Vorgehens kontaktieren oder im Notfall direkt Tierarzt aufsuchen
  • Gluckert es im Bauch eines Tieres? 
    • Falls ja: Bauch Abtasten und ggf. Behandlung einleiten oder Arzt aufsuchen.

Beurteilung des Verhaltens der Tiere untereinander:

  • Sind aus diesen Streitereien innerhalb der Gruppe offensichtliche Verletzungen hervorgegangen? 
    Tiere werden bei Bedarf abgetastet, insbesondere Tiere, die bei Vergesellschaftungen in Mitleidenschaft gezogen worden sind.

Beurteilung der Ausscheidungen der Tiere:

Wir achten täglich auf die Ausscheidungen der Tiere. 

  • Matschiger Kot
    • Finden wir matschigen Kot im Gehege, so kontrollieren wir sofort die Afterregion der betroffenen Kaninchen um einen Befall durch Fliegenmaden auszuschließen. Weist ein Gast in Außenhaltung matschigen Kot auf bringen wir diesen bzw. seine ganze Gruppe je nach Jahreszeit und ggf. nach Absprache mit dem Tierbesitzer zum eigenen Schutz in eine Innengehege oder Notfalls auf der Quarantänestation im Keller unter, um einem Fliegenmadenbefall vorzubeugen. Zudem lassen wir das betroffene Kaninchen tiermedizinisch untersuchen (häufige Ursache sind Zahnprobleme) und ggf. eine Kotprobe untersuchen um einen Befall durch Endoparasiten als Ursache für den matschigen Kot auszuschließen. 
  • „Köttelketten“
    • Insbesondere Kaninchen im Fellwechsel neigen zur Bildung von Köttelketten. Um Verdauungsproblemen vorzubeugen verfüttern wir dann aromatische Ölsaaten sowie bei Bedarf Medizin zur Vorbeugung einer Verstopfung, welche bei Kaninchen schnell lebensbedrohlich werden könnte.
  • Blut im Urin
    • Gibt es Hinweise auf Blut im Urin, führen wir bei uns Zuhause direkt einen Urintest durch. Stellt sich heraus, dass der Urin Auffälligkeiten aufweist, so übergeben wir das betroffene Tier für weitere Untersuchungen an die Tierarztpraxis Wimmer. Blut im Urin kann z.B. auf eine Blasenentzündung hindeuten. Bevor mit der medizinischen Behandlung begonnen wird, ist jedoch immer eine genaue Diagnose erforderlich.
  • Kalziumausscheidungen im Urin
    • Um das Risiko zur Bildung von Harnwegserkrankungen zu verringern, verfüttern wir bei ersten Anzeichen sofort kalziumarmes Futter und informieren den Tierbesitzer nach seinem Urlaub über unsere Beobachtungen, damit auch dieser dann seine Fütterung anpassen kann.

      

„TÜV“

Viele Tierhalter und auch einige Pensionen führen während des Aufenthalts von Urlaubsgästen regelmäßig einen „TÜV“ durch. Die Tiere werden dann alle ein bis zwei Wochen eingefangen und genau angeschaut. Man achtet auf die Augen, schaut sich die Füße und Krallen genau an und tastet die Tiere ab, um z.B. Umfangsvermehrungen (Tumore, Abzesse) schnell erkennen zu können.

Wir führen keinen TÜV durch!

Das heißt wir fangen die Tiere während des Urlaubs nicht ein um sie genauer abzutasten und wir wiegen sie auch nicht. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes erfolgt bei uns anhand des Verhaltens der Tiere sowie durch die Beurteilung der Ausscheidungen. Dies bringt postive aber auch negative Aspekte mit sich, weitere Infos dazu findest du weiter unten auf dieser Seite.

Krallenpflege

Die Pflege der Krallen ist bei uns grundsätzlich im Preis enthalten. Wir schneiden den Urlaubern je nach Absprache zu Beginn der Betreuung, währenddessen oder am Ende der Betreuung die Krallen.

Unterbringung sehr scheuer Tiere bei uns

Leider kommt es immer mal wieder vor, dass Tiere von sich aus sehr scheu sind oder sich bei uns einfach nicht wohlfühlen. Manche Tiere verkraften einen Umzug in eine neue Umgebung schlechter als andere. Es ist uns kaum möglich, den Gesundheitszustand solcher Tiere wirklich zufriedenstellend zu beurteilen. Verstecken sich Tiere grundsätzlich sobald wir uns nähern, können wir nur hoffen, dass sie an und für sich gesund und munter sind. Die betroffenen Tiere fangen wir dann meist zu Beginn der Betreuung ein (meist am 2. Tag) und tasten sie ab, schauen und sie Zähne genau an und achten auf sonstige Auffälligkeiten. In dem kommenden Tagen achten wir darauf, ob die Tiere ausreichend Nahrung zu sich nehmen, wir schauen also ein paar Stunden nach der Fütterung, was und wie viel im Napf fehlt. 

Leider ist es kaum möglich bei solchen Tieren Verdauungsprobleme frühzeitig zu erkennen. Wenn Tiere prinzipiell (fast) nie zur Fütterung erscheinen wundert man sich nach einigen Tagen auch nicht mehr über dieses Verhalten und hat so keine Chance direkt zu handeln, falls es einem Tier wirklich einmal nicht gut geht.

Glücklicherweise trifft die hier geschilderte Verhaltensweise nur auf einen Bruchteil unserer Urlaubsgäste zu, für uns ist die Situation jedoch nie schön. Wir möchten einerseits sicherstellen, dass es allen Tieren gut geht, andererseits ist dies bei den sehr scheuen Tieren die immer nur in der hintersten Ecke von unseren Häuschen verkrochen sind kaum möglich. Besonders schwierig ist die Pflege von größeren Gruppen mit sehr scheuen Tieren. Wenn beispielsweise vier sehr scheue Tiere zu uns kommen, können wir nicht sicherstellen ob nun 3 oder 4 Tiere in unserer Abwesenheit an der Futterstelle waren. 

Sollten deine Tiere sehr scheu sein oder deiner Erfahrung nach schlecht mit räumlichen Umstellungen zurecht kommen, so versuch bitte eine Betreuung in der gewohnten Umgebung, beispielsweise durch deine Nachbarn, zu organisieren. Prinzipiell nehmen wir alle Tiere auf, aber eine Garantie für das Wohl deiner Tiere können wir nicht übernehmen. Insbesondere sehr scheue Kaninchen haben bei uns in der Vergangenheit manchmal an Gewicht verloren, zu gesundheitlichen Problemen ist es zum Glück jedoch nie gekommen.

   

Ein paar Worte zu „Nahrungsergänzungsmitteln“…

Nahrungsergänzungsmittel scheinen sich insbesondere bei Meerschweinchen immer größerer Beliebtheit zu erfreuen. Viele Halter fangen ihre Tiere ein bis zwei Mal am Tag ein, um sie mit Vitamin-C- oder anderen Tabletten „vollzustopfen“. Viele Kaninchenhalter geben sogenannte „Darmwohl-Pellets“. 

Wir möchten uns an dieser Stelle klar von der langfristigen Notwendigkeit dieser „Medizingaben“ distanzieren. Für uns sprechen drei Gründe gegen das verabreichen von Nahrungsergänzungsmitteln:

  1. Stress und Verletzungsrisiko
    Sowohl Kaninchen als auch Meerschweinchen sind Fluchttiere. Auch wenn sie es gewohnt sind, möchten sie nicht jeden Tag eingefangen werden. Wir sind davon überzeugt, dass der Stress und die Gefahren durch das ständige Einfangen (z.B. Verletzungen bei „Verfolgungsjagden“ im Gehege) deutlich mehr Risiken birgt, als die Nahrungsergänzungsmittel an Nutzen mit sich bringen. 
  2. Stress für den Halter bzw. uns
    Die überwiegende Mehrzahl unserer Kunden ist berufstätig. Die Tiere werden dann, wie auch bei uns, vor und nach der Arbeit versorgt. Ziel der Heimtierhaltung sollte in erster Linie der Spaß an und mit den Tieren sein und nicht die daraus resultierenden Verpflichtungen. Natürlich muss ein Gehege regelmäßig geputzt werden, die Reinigung stellt eine notwendige Verpflichtung dar. Wenn Tiere krank sind müssen sie zum Tierarzt gebracht werden oder teilweise aufwendig Zuhause versorgt werden, auch diese Verpflichtung ist unvermeidbar.
    Nahrungsergänzungsmittel sind wie ihr Name selbst schon sagt in der Regel jedoch nicht notwendig, sondern stellen nur eine „Ergänzung“ dar, siehe auch 3. Wir sind der Meinung, dass Tierhalter ihre Freizeit lieber mit schönen Erlebnissen verbringen sollten, beispielsweise ihre Tiere mit Leckerlis verwöhnen, ihnen neue Einrichtung zimmern, ihr Verhalten beobachten und sie fotografieren, nicht jedoch sie jeden Abend nach einem stressigen Arbeitsalltag einzufangen um ihnen Nahrungsergänzung zu verabreichen. 
  3. Infragestellung der Notwendigkeit zur Verabreichung von Nahrungsergänzungsmitteln
    Wir sind der Meinung, dass die Verfütterung Nahrungsergänzungsmittel an sich nicht sinnvoll ist. Wer diese vom Tierarzt verordnet bekommt, sollte sich Gedanken machen, warum die Tiere die Nahrungsergänzung überhaupt erhalten sollen. Liegt ein Mangel vor? Falls ja, warum? Liegt es an der Fütterung? Oder möchte der Tierarzt vielleicht einfach Profit durch den Verkauf der Mittelchen erwirtschaften?
    Wir haben immer wieder Tiere zu Gast, welche kaum Frischfutter erhalten, dafür aber jede Menge Nahrungsergänzung. Wir halten diese Art der Fütterung für völligen Quatsch. Würden die Tiere direkt ausgewogen gefüttert werden, würde erst gar kein Mangel entstehen. Dieser „Mangel“ ist ohnehin in den meisten Fällen nie nachgewiesen worden, viele Tiere erhalten offensichtlich auch einfach zur „Prophylaxe“ eine ganze Reihe an „Mittelchen“ für und gegen alle möglichen Probleme.
    Einige unserer schweinischen Urlaubsgäste bekommen auf Rat des Arztes ausschließlich Heu und Gurke verfüttert, keine Wiese/Gräser, keine Paprika oder anderes Gemüse. Es ist kein Wunder, dass die Versorgung mit Vitaminen usw. nicht ausreichend ist. Anstatt die Tiere täglich mit Tabletten „zu versorgen“ sollte dann im Interesse der Tiere (und des Halters 😉 ) eher die Nahrung umgestellt werden. Und: eine Paprika schmeckt ohnehin leckerer, als eine Vitamin-C-Tablette. 😉

PS: Viele Besucher sprechen uns darauf an, dass unsere Tiere immer so fit und vital aussehen, obwohl sie das ganze Jahr unter freiem Himmel leben. Wir haben noch nie Nahrungsergänzung verabreicht, dennoch gab es bei uns noch nie Erkrankungen, welche durch Nahrungsergänzung zu vermeiden gewesen wären. Eine abwechslungsreiche Fütterung reicht völlig aus, um die Tiere gesund zu halten. 🙂 

Alternative „Produkte“ zu Nahrungsergänzungsmitteln

Alle nachfolgenden „Produkte“ können nicht nur an die betroffenen Tiere sondern direkt an die gesamte Tiergruppe verfüttert werden. Ein Napf mit leckerem Essen ist schnell befüllt, die Tiere werden sich freuen. 🙂

Vitamin-C-Tabletten für Meerschweinchen

  • Kräuter (Dill, Gänseblümchen, Melisse, Petersilie)
  • Gemüse (Blattspinat, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchelknollen, Grünkohl/Braunkohl, Kohlrabi, Paprika, Romanesco)
  • Obst (Hagebutten, Johannisbeeren)

„Darmwohl-Pellets“

  • Frische Kräuter: Dill, Petersilie, …
  • Mischungen getrockneter Kräuter (z.B. Grünhopper Purgrün, Grünhopper Plantago)

Pellets mit Kräutern zur Verminderung der Wahrscheinlichkeit zum Auftreten von Blasengrieß und -steinen

  • Frischfutter ist die beste „Medizin“!
  • Mischungen aus kalziumarmen und harntreibenden Kräutern (z.B. Grünhopper Urinary)

      

Vorteile unseres Pflegekonzeptes

Bei uns können die kleinen und großen Gäste in Ruhe einen schönen Urlaub verbringen. Sie werden nur in Ausnahmefällen eingefangen, werden nicht „zwangsgekuschelt“ und können auch ansonsten einfach Tier sein. So ist ein stressfreier Urlaub garantiert. Verletzungen im Umgang mit den Tieren (z.B. gebrochene Beine durch das Herunterspringen vom Arm des Pflegers u.ä.) können wir so zudem vermeiden. 

Folgende Kaninchen- und Meerschweinchenerkrankungen stellen wir im Prinzip immer fest, solange die Tiere nicht sehr scheu sind und prinzipiell zur Fütterung erscheinen:

  • Verdauungsprobleme
    • Aufgasungen, Verstopfungen und Magenüberladungen
  • Neurologische Erkrankungen, bei ersten Anzeichen
    • e.c.
    • Hirntumore
  • Verletzungen, sobald die Tiere erste Anzeichen von Schmerzen zeigen oder wenn diese offensichtlich sind (an der Lippe, Nase, Ohren, …)
  • Umfangsvermehrungen, solange diese an gut sichtbaren Stellen entstehen (Kopf, Rücken, …)

Nachteile unseres Pflegekonzeptes

Wir bieten seit mehreren Jahren Urlaubsbetreuung an und in bzw. nach mehr als 99 % der Betreuungen waren unsere menschlichen und tierischen Kunden offensichtlich mit unserem Angebot zufrieden und es kam weder zu „übersehenen“ Erkrankungen noch zu verstorbene Tieren.

Leider ist niemand perfekt und auch uns unterlaufen Fehler – wenn auch zum Glück wirklich nur sehr selten. Folgende Erkrankungen können ohne regelmäßigen TÜV unbemerkt bleiben: 

  • Kleine oder an schwer einsehbaren Stellen gelegene Umfangsvermehrungen (Tumore, Lipome u.ä.)
  • Verletzungen (z.B. durch Bisse der Partnertiere) an schwer einsehbaren Stellen (Füße, Bauch, unter dichtem Fell)
  • Abzesse an schwer einsehbaren Stellen (Füße, Bauch, unter dichtem Fell)

Insbesondere am Bauch, unter dem Kinn und an den Füßen können wir die genannten Erkrankungen kaum feststellen, solange den Tieren nichts anzumerken ist. Bildet sich beispielsweise ein Abzess unter einem Fuß und das betroffene Tier bewegt sich dennoch normal, so gibt es für uns zunächst keinen Grund, die Füße zu kontrollieren. 

Zusammenfassung

Wie mehrfach auf unserer Webseite erwähnt, bieten wir die Tierbetreuung in unserer Freizeit neben unseren Vollzeit-Jobs an. Es ist uns daher nicht möglich die Tiere rund um die Uhr zu umsorgen. Wir füttern morgens und abends, bei Auffälligkeiten konsultieren wir bei Bedarf eine unserer Tierärztinnen. Zudem führen wir keinen „TÜV“ durch, tasten die Tiere demnach nicht regelmäßig ab und protokollieren auch nicht die Gewichte unserer Gäste. Stattdessen beurteilen wir den Gesundheitszustand der Tiere an ihrem Verhalten. Tiere die immer unterwegs sind, „Männchen machen“ sobald wir im Raum sind und sich geradezu aufs Futter stürzen beurteilen wir als gesund – ganz egal ob sie 100 Gramm abgenommen haben oder nicht. Die überwiegende Mehrheit der Tierbesitzer, die ihre Tiere zu uns bringt, handhabt dies ebenso.

Bei Verwendung dieses Pflegekonzeptes können wir jedoch nicht garantieren, dass sich während unseres Aufenthalts keine Tumore oder Abzesse bilden, solange das Verhalten der  Tiere nicht darauf hindeutet oder sich diese an eindeutigen Stellen befinden. Wir bezweifeln jedoch auch, dass viele Halter bei sich Zuhause Erkrankungen vor uns feststellen würden, wenn sie nicht in den Urlaub fahren würden und die Tiere anstatt bei uns zu leben im heimischen Gehege herumwuseln würden. Zudem wissen wir von vielen Haltern, bei denen es beim Fangen der Tiere zu Verletzungen gekommen ist. Allgemein scheinen unsere Kunden ein regelmäßiges Einfangen für „Kontrollzwecke“ auch aus diesem Grund nicht zu wünschen. 

Wir haben allerdings auch festgestellte, dass im Laufe der Zeit schon eine große Anzahl „kranker“ Tiere als „gesund“ zu uns in den Urlaub gegeben wurde. Wir haben bei einigen als „gesund“ angemeldeten Urlaubstieren direkt bei oder nach der Ankunft bei uns größere Tumore und Abzesse sowie neurologische Erkrankungen wie e.c. und Zahnprobleme feststellen können. Die Anzahl dieser Tiere ist deutlich höher als die Anzahl an Tieren, welche bei uns erkrankt ist (ca. Faktor 10). 

Wer eine ganz gründliche regelmäßige „Untersuchung“ der Tiere durch die Tierbetreuung wünscht, kann die Tiere z.B. bei der Tiermedizinischen Hochschule in Hannover (TiHo) in Pflege geben oder Meerschweinchen bei den Gurkenmonstern in Braunschweig. Jede Tierbetreuung weist ihre Vor- und Nachteile auf. Zwar ist die TiHo aus medizinischer Sicht perfekt ausgestattet, die Tiere werden jedoch während ihres „Urlaubs“ auf der Quarantänestation der Klinik in Käfigen untergebracht. Die genaue Größe ist uns nicht bekannt, erfahrungsgemäß sind solche Käfige jedoch maximal 1 Quadratmeter groß. Ob in der TiHo wirklich regelmäßige Checks aller Urlaubsgäste ohne Krankheitsanzeichen durchgeführt werden ist ebenfalls nicht klar. Wer Meerschweinchen in Betreuung geben möchte und Wert auf den „Schweinchen-TÜV“ legt, ist bei den Gurkenmonstern in Braunschweig an der richtigen Adresse. Die Inhaberin tastet die Tiere etwa alle 10 Tage gründlich ab und wiegt sie auch regelmäßig. Umfangsvermehrungen werden so wahrscheinlich früher als bei uns wahrgenommen. Es stehen mehrere Eigenbaue und Käfige unterschiedlicher Größe zur Verfügung. 

Wir legen vor allem auf schöne Gehege mit ausreichend viel Platz wert, anderswo haben die Tiere weniger Platz, stehen dafür aber mehr unter Beobachtung. Nach Betrachtung all der genannten Aspekte muss jeder Tierhalter selbst abwägen, welche Unterbringung für ihn am sinnvollsten erscheint.