Außenhaltung im Winter

Trotz der eisigen Temperaturen können gesunde Kaninchen das ganze Jahr über im Garten leben. Solange die Tiere fit sind, müssen sie auch bei tiefen Temperaturen nicht ins Haus geholt werden.

„Welche Kaninchen sind für eine dauerhafte Außenhaltung geeignet?“

Damit die Kaninchen den Winter im Garten gut überstehen, sollten sie ein dichtes Fell haben. Normale Zwergkaninchen, Zwergwidder, Riesenkaninchen sowie Deutsche Widder sind demnach (so lange sie gesund sind) für eine Außenhaltung gut geeignet.

Es gibt jedoch einige Rassen, welche aufgrund (aus Tierschutzsicht fraglicher) Zuchtziele nur noch eingeschränkt in Außenhaltung überleben können. Hierzu gehören z.B. die Teddy- und Angorakaninchen wie auch teilweise Kaninchen mit Rex-Fell. Das Fell dieser Rassen schützt die Tiere oftmals nicht ausreichend gegen verschiedene Witterungseinflüsse. Ob deine Kaninchen für eine dauerhafte Haltung im Außenbereich geeignet sind, kannst du am besten mit deinem Tierarzt besprechen.

Kaninchen, welche aus Innenhaltung stammen, können ab Mai nach draußen ziehen. Ein Umzug sollte spätestens im September geschehen, damit die Tiere ein schützendes Winterfell ausbilden können.

     

„Wie schütze ich meine Kaninchen vor Witterungseinflüssen?“

Entgegen der häufigen Behauptung, dass Kaninchen nur in einem wettergeschützten Außengehege den Winter gut überstehen, vertreten wir die Meinung, dass gesunde (!) Kaninchen auch problemlos den Winter ohne Dach über dem Kopf überstehen.

Unsere Kaninchen haben nun den dritten Winter in Außenhaltung verbracht. Kein Tier ist aufgrund der Witterungsbedingungen erkrankt. Als Rückzugsort dienen den Kaninchen kleine Häuschen sowie zeitweise ein Gartenhaus. Im Prinzip ist der Aufbau des Geheges nun mit den Bedingungen, unter welchen Wildkaninchen leben, zu vergleichen: Es gibt eine große Fläche zum rennen und jagen, auf welcher viele Möglichkeiten zum verkriechen und Schutz suchen bestehen.

Jedes Häuschen verfügt über zwei Eingänge. Im Inneren der Häuser befindet sich eine dicke Schicht Stroh und Heu. So können sich die Tiere bei schlechtem Wetter auch über einen längeren Zeitraum in den Unterschlüpfen aufhalten und es sich gemütlich machen. Jedes Häuschen ist etwa so groß wie ein herkömmlicher Kaninchenkäfig – es finden also auch mehrere Tiere problemlos Platz in jedem Unterschlupf. Dennoch sollten mehr Unterschlüpfe als Tiere im Gehege sein, damit auch bei Streitigkeiten jeder einen Unterschlupf findet.

„Was kann ich bei Minustemperaturen verfüttern?“

Prinzipiell sollten Kaninchen am besten mit frischen Kräutern und Gräsern von draußen gefüttert werden. Auch im Winter freuen sie sich daher sehr über Ausflüge im Garten. Da eine ausschließliche Fütterung mit Gräsern und Kräutern in den meisten Fällen nicht möglich ist, muss zumindest ergänzend auf Nahrung aus dem Supermarkt zurückgegriffen werden. Während Salat beispielsweise sehr schnell „kaputt friert“, ist Kohl besser für eine Fütterung bei Minustemperaturen geeignet. Wir verfüttern im Winter hauptsächlich die folgenden Gemüsesorten:

  • Grünkohl
  • Wirsing
  • Rotkohl
  • Weißkohl
  • Blumenkohl + Grün
  • Brokkoli
  • Knollensellerie
  • Möhren + Grün
  • Kohlrabi + Grün
  • Pastinaken

Zudem bieten außerdem hin und wieder Obst an, vor allem:

  • Äpfel

Ebenfalls sehr beliebt sind Obstbaumzweige. Die Kaninchen lieben die Rinde der Zweige. Zudem könnten die Zweige zunächst nach dem Abschneiden für ein paar Tage ins Haus in eine Vase gestellt werden, dann treiben Blätter aus – ein besonderer Leckerbissen im Winter. Wir verfüttern regelmäßig:

  • Apfelbaumzweige
  • Birnenbaumzweige
  • Kirschbaumzweige
  • Pflaumenbaumzweige
  • Mirabellenbaumzweige

Bei sehr kalten Temperaturen verbrennen insbesondere die Riesenkaninchen deutlich mehr Kalorien als in der warmen Jahreszeit. Daher bieten wir mehrmals in der Woche energiereiche Saaten und Körner an. Wir verfüttern im Winter ca. 1 Esslöffel Saaten pro Tier alle zwei Tage. Insbesondere die Ölsaaten wirken auch im Fellwechsel unterstützend. Zudem können Verstopfungen im Magen-Darm-Trakt vorgebeugt werden.

  • Sonnenblumenkerne
  • Leinsaat
  • Fenchelsaat
  • Kümmelsaat
  • Dillsamen
  • Hanfsaat
  • Kardisaat
  • Buchweizen
  • Haferflocken
  • Maisflocken

 Zudem bieten wir im Winter fast täglich getrocknete Kräuter an.

„Mein Wasser friert immer wieder ein“

Es gibt im Handel mittlerweile diverse Heizplatten und beheizte Trinknäpfe (z.B. für Hunde), welche ein Einfrieren des Wassers verhindern können. Wir betrachten das Problem allerdings pragmatisch: Auch Wildkaninchen finden im Winter nur in seltenen Fällen Wasser. Wir setzen daher auf eine Ernährung mit viel Frischfutter und verzichten darauf bei sehr kalten Temperaturen auf diverse Versuche zum Auftauen des Trinkwassers.

„Wie kann man ein Gehege im Winter sauber halten?“

Unsere Kaninchen leben auf Holzhackschnitzeln. Diese wechseln wir direkt vor der kalten Jahreszeit und danach wieder. Um den Futterplatz herum räumen wir regelmäßig auf und heben das Holzhackschnitzel (soweit es die Temperaturen zulassen) bei Bedarf aus. Ist eine Reinigung vorübergehend nicht möglich, so überstreuen wir den Boden vorerst, bis die Temperaturen steigen und ein Wechsel wieder möglich ist.

Wenn du in deinem Gehege Toiletten mit Streu verwendest, kannst du diese z.B. zum Auftauen in die Sonne stellen. Oftmals reicht die Wärme der Sonne schon aus, um eine Reinigung zu ermöglichen.

Viele Kaninchenhalter streuen im Winter auch die kompletten überdachten Bereiche ihrer Außengehege ein. Die Streu ist für die Tiere deutlich angenehmer, als z.B. kalte Steinplatten.

„Dürfen Kaninchen im Schnee hoppeln?“

Ja! Die meisten Kaninchen lieben es, im Schnee zu buddeln. Nun solltest du die Kaninchen jedoch nicht von ihrem trockenen Gehege aus direkt in den Schnee setzen. Die Kaninchen sollten selbst entscheiden können, wie lange sie sich im Schnee aufhalten möchten. Daher ist es am besten, wenn du einfach einen Auslauf an dein Gehege anbaust und die Tiere somit jederzeit in ihr Gehege zurückkehren können.

Tipp für Kaninchen in Innenhaltung: Du kannst deinen Kaninchen auch in Innehaltung eine Wanne voll Schnee zum Buddeln hinstellen. Auch hier gilt: Die Tiere müssen selbst entscheiden können, wann sie den Schnee verlassen möchten.

„Was muss ich tun, wenn ein Tier krank wird?“

Sollte ein Tier während des Winters erkranken, z.B. eine Aufgasung bekommen, oder eine Operation notwendig sein, so solltest (bzw. musst) du das Tier vorübergehend in Innenhaltung unterbringen. Am besten eignet sich hierfür z.B. ein (nicht feuchter) Kellerraum. Dort ist der Patient vor Witterung komplett geschützt und die Temperaturen sind nicht so hoch wie in der Wohnung. 

Wenn der Patient wieder fit ist und nur wenige Tage im Haus untergebracht war, kann er wieder nach draußen ziehen. Du solltest für den Umzug jedoch einen geeigneten Zeitpunkt wählen. Es sollte nicht allzu kalt sein. Am besten setzt du das Tier am Morgen oder Mittag wieder nach draußen, zu dieser Zeit ist es in der Regel am wärmsten.

Sollten die Temperaturen über lange Zeit sehr niedrig sein oder das Tier über längere Zeit krank, musst du in manchen Fällen den Patienten bis April / Mai in Innenhaltung behalten. Damit das Kaninchen dann nicht so lange alleine bleiben muss, empfiehlt es sich ein Partnertier mit im Innenbereich unterzubringen und die beiden dann im Frühjahr wieder mit der Gruppe im Außengehege zu vergesellschaften.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Aspekte zur Außenhaltung im Winter

Ein Kaninchengehege muss ausreichend groß sein (mind. 4 Quadratmeter, besser 6 Quadratmeter für zwei Tiere) – nur so können sich die Tiere ausreichend viel bewegen und „warm hoppeln“. Außerdem benötigt jedes Kaninchen mind. ein Partnertier zum kuscheln. Es müssen ausreichend viele, vor der Witterung schützende Unterstände und Häuser zur Verfügung stehen und auf eine, an die Temperaturen angepasste, Ernährung muss Wert gelegt werden.